Vom spontanen Treffen zum großen Publikumsmagneten
Weit über 110 historische Fahrzeuge, darunter rund 70 Busse,
kamen im September 2026 nach Regensburg. Was 2024 mit zehn Fahrzeugen begann,
ist heute ein öffentliches Oldtimerbustreffen mit bundesweiter Ausstrahlung.
Regensburg.
Wer am Sonntag, 27. September 2026, den Dultplatz betrat, fand sich mitten in
einer rollenden Zeitreise wieder: Insgesamt waren weit über 110 historische
Fahrzeuge zu sehen: rund 70 Omnibusse sowie zahlreiche Oldtimer-Pkw und
historische Einsatzfahrzeuge. Sie waren aus verschiedenen Teilen Deutschlands
und dem benachbarten Ausland nach Regensburg gekommen. Zwischen glänzendem
Lack, vertrauten Formen und dem unverwechselbaren Klang alter Motoren wurde
sichtbar, wie lebendig die Omnibusgeschichte bis heute ist.
Dass sich das
Treffen zu einer solchen Größe entwickeln würde, war am Anfang keineswegs
absehbar. Die erste Zusammenkunft entstand 2024 eher spontan. Organisator Jan
Mascheck erinnert sich an zehn Busse, die damals auf dem Ernst-Reuter-Platz
zusammenkamen. Schon im Jahr darauf waren es rund 35 Fahrzeuge. Für die dritte
Ausgabe wechselte die Veranstaltung auf den Regensburger Dultplatz – und die
Zahl der Busse verdoppelte sich noch einmal beinahe: 75 waren angekündigt, etwa
70 erreichten schließlich das Ziel. Ein tschechischer Teilnehmer musste wegen
eines Motorschadens frühzeitig umkehren.
Offen für alle – und gemeinsam organisiert
Ein wichtiger
Teil des Erfolgs ist das offene Konzept. Das Treffen richtet sich nicht nur an
Vereinsmitglieder oder geladene Gäste, sondern an alle, die sich für
historische Fahrzeuge interessieren. Gerade diese Zugänglichkeit unterscheidet
die Regensburger Veranstaltung von vielen privaten Bustreffen. Maschek sieht
darin ein besonderes Merkmal – und möglicherweise sogar ein
Alleinstellungsmerkmal unter den großen öffentlichen Bustreffen in Deutschland.
Getragen wird
die Veranstaltung von drei Partnern: dem Oldtimerclub Regensburg, der IG
Historische Straßenbahn Regensburg und dem Bundesverband der Postbusfahrer. Die
Zusammenarbeit bringt unterschiedliche Perspektiven und Fahrzeuggeschichten
zusammen. Neben den Bussen waren auch zahlreiche Pkw und historische
Blaulichtfahrzeuge zu sehen. Ein Teilemarkt, Verpflegungsangebote und Aktionen
für Kinder machten den Dultplatz zugleich zu einem Ausflugsziel für Familien.
Vom Hotelbus bis zum Berliner Doppeldecker
Ein besonders
weit zurückreichendes Kapitel der Omnibusgeschichte verkörperte der
International Harvester Six-Speed Special aus dem Jahr 1923. Gebaut wurde der
Bus in Chicago. Nach seiner Lieferung nach England diente er als Hotelbus auf
der Strecke zwischen Brighton und London. Heute befindet sich das Fahrzeug bei
Roland Gross in Nördlingen, der es 1988 erworben hat. Es gilt als das einzige
bekannte erhaltene Exemplar dieses Typs. Dass ein über hundert Jahre alter Bus
nicht nur ausgestellt, sondern dank sorgfältiger Pflege auch noch gefahren
werden kann, machte ihn zu einem der großen Anziehungspunkte des Treffens.
Einen ganz
anderen Akzent setzte ein MAN-Doppeldecker aus Berlin. Der 1980 gebaute Bus war
mit seiner markanten Silhouette ein Publikumsliebling und wurde bei
Sonderfahrten eingesetzt. Bis zu 89 Fahrgäste fanden darin Platz. Die Berliner
Gäste hatten eine der längsten Anreisen hinter sich: Rund 500 Kilometer legten
sie mit ihrem Oldtimer zurück. Für viele Besucher war die Fahrt im Doppeldecker
eine Gelegenheit, Omnibusgeschichte nicht nur anzuschauen, sondern unmittelbar
zu erleben.
Auch im
kleineren Maßstab erzählten die Fahrzeuge von technischen und
gesellschaftlichen Veränderungen. Die Johanniter aus Würzburg brachten einen
VW-Krankenwagen aus dem Jahr 1965 mit. Seine damalige Ausstattung – unter
anderem eine Liege, eine Sauerstoffmaske und ein Verbandskasten – zeigte
eindrücklich, wie sich die Anforderungen und Möglichkeiten im Rettungswesen
weiterentwickelt haben. Historische Postbusse und Taxi-Fahrzeuge ergänzten das
Bild.
Mehr als eine Ausstellung
Zum Programm
gehörten auch Sonderfahrten. Eine führte nach Winzer, eine weitere über die
vier Donau-Brücken im näheren Stadtgebiet. Die Fahrzeuge wechselten sich dabei
ab, sodass verschiedene Bustypen im Einsatz erlebt werden konnten. Zugleich gab
es einen Ausblick auf die Zukunft des historischen Nahverkehrs in Regensburg:
Eine Fahrt zur Gleisanlage an der Guerickestraße machte deutlich, wo der letzte
original erhaltene Regensburger Straßenbahnzug künftig verkehren könnte. Für
regelmäßige Nostalgiefahrten fehlen der Straßenbahn noch eine geeignete
Unterbringung und die Rückholung des Triebwagens aus seinem derzeitigen Depot
in Plauen.
So verband das
Treffen Vergangenheit und Zukunft: Es bewahrte nicht nur Fahrzeuge, sondern
machte ihre Geschichten für ein breites Publikum erfahrbar. Aus zehn Bussen auf
einem zentralen Platz ist in nur drei Jahren eine Veranstaltung mit rund 70
Omnibussen geworden. Der nächste Termin steht bereits fest: Am 26. September
2027 soll sich der Dultplatz erneut in einen Treffpunkt für Busgeschichte
verwandeln.
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Kurzfakten
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Erstes Treffen: 2024, spontan auf dem
Ernst-Reuter-Platz, mit zehn Bussen
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2025: rund 35 Busse
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2026: weit über 110 historische Fahrzeuge
insgesamt, darunter rund 70 Busse; 75 Busse waren angekündigt
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Veranstaltungsort: Dultplatz Regensburg
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Organisation: Oldtimerclub Regensburg, IG
Historische Straßenbahn Regensburg und Bundesverband der Postbusfahrer
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Nächster Termin: 26. September 2027
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